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Donnerstag, 9. April 2026

Die Arbeit ist den Menschen nie ausgegangen

In einem Beitrag in der ZEIT bezweifelt Mark Schieritz, dass künstliche Intelligenz uns die Jobs wegnehmen wird – die Arbeit ist den Menschen nie ausgegangen. 

Mehr Arbeit trotz technologischem Fortschritt 

Der berühmte Wirtschaftswissenschaftler John Keynes prognostizierte 1930, dass in 100 Jahren nur noch 15 Stunden Arbeitsstunden notwendig sind, um den Wohlstand zu sichern. Schon jetzt ist klar, dass es anders kommt, obwohl der technologische Fortschritt der Menschheit tatsächlich viel Arbeit abgenommen hat. Ein Grund: Der Mensch wollte mehr: Die Bedürfnisse wachsen mit den Möglichkeiten. 

Arbeitszeit nicht gesunken 

Der Autor zeigt dies am Beispiel einer Waschmaschine. Die Einführung der Waschmaschine reduzierte den Zeitaufwand um 90 % - es war nicht mehr notwendig, da die aufwändige Wäsche per Hand nicht nötig wäre. Die Folge war, dass Menschen nun viel öfter die Kleidung wechselten. Trotz zahlreicher Innovationen ist die Arbeitszeit im Haushalt kaum gesunken. Das lässt sich auch auf ganze Volkswirtschaften übertragen. Keynes unterschätzte den Produktivitätszuwachs sogar, dennoch arbeiten die Briten rund 30 Stunden statt der rechneten 15. 

KI nicht anderes als ein Webstuhl 

Auch andere Innovationen wie ein Pflug oder ein Webstuhl haben die Produktivität erhöht, so wird es auch bei der KI sein. Ob der Produktivitätsfortschritt zu weniger Arbeitszeit führt, hängt davon ab, wie viel Output die Menschen wollen. Möglicherweise steigen die Bedürfnisse sogar schneller. Die Erwartung vom Schlaraffenland werden nicht eintreten, denn die KI müsste Menschen vollständig erstehen können. Aber auch KI verbraucht Ressourcen – Energie, Wasser – manchmal mehr als der Mensch. Eine relativ einfache Tätigkeit wie die Kindererziehung wäre mit einem erheblichen Aufwand verbinden. 

Bisherige Umwälzungen haben Menschen nicht arbeitslos gemacht 

In der Vergangenheit haben Umwälzungen die Menschen nicht arbeitslos gemacht. Waren 1700 noch die Hälfte der Briten in der Landwirtschaft tätig, ist dies heute nur noch ein kleiner Anteil. Ähnliches gilt für die industrielle Revolution. Anfangs waren die Bedingungen in den Fabriken katastrophal – diese wurden durch steigende Lähne aber besser. Die industrielle Revolution ging mit einer historisch einmaligen Anhäufung von materiellem Wohlstand einher, die bis heute anhält.
Die Produktivitätsfortschritte steigerten die Massenkaufkraft und die Konsumwünsche.

Kaufkraft ist entscheidend 

Autos kaufen keine Autos, deshalb muss die Kaufkraft der Menschen gesichert werden. Dies muss nicht zwingend durch geleitstete Arbeit geschehen, denkbar ist ein staatliches Einkommen, das beispielsweisen durch die Nutzung von KI finanziert wird. Der Produktivitätsfortschritt muss konsumwirksam organisiert werden. Es ist nicht garantiert, dass es so kommt, aber die Eisenbahnen waren für die Menschen im 19. Jahrhundert genauso weltverändern wie die Sprachmodelle jetzt. 

Grundlegende Veränderungen – die Arbeit wird aber nicht ausgehen 

Die künstliche Intelligenz wird das menschliche Zusammenleben grundlegend verändern. Viele Berufszweige könnten der Automatisierung zum Opfer fallen. Sie wird auch gesellschaftliche und politische Folgen haben – so könnte aber auch die Kriegsführung verändert werden. Dennoch bleibt als Fazit: Die Arbeit aber ist der Menschheit bisher noch nie ausgegangen.